15. Januar 2009
14. Januar 2009
Eiskalt

Du starrst mich an,
deine Augen kalt wie Eis -
ich sehe die meinen darin,
warm und lächelnd.
War es das Feuer in meinen Augen, dass die deinen auftauen liessen?
War es ein Lächeln, dass ich da auf deinen Lippen sah?
Waren das wirklich deine Augen, die mich nicht mehr länger anstarrten, sondern anlächelten?
Ich spüre, wie mein Herz brennt, in meiner Brust zerspringt.
Langsam wage ich einen Schritt, meine Beine zittern.
Unsicher schaue ich auf, doch dein Blick sagt mehr als tausend Worte.
Ich wage einen weiteren Schritt, die Welt verliert sich.
Das Lachen, in meinen Ohren, zersprengt mein Trommelfell und mein Herz,
die Kälte kriecht durch meine Hose, wie festgefroren liege ich auf dem Eis.
Scheu werfe ich einen Blick ihnen nach,
das hallende Lachen, das Schwindelgefühl, als er seinen Arm um sie legt,
der Stich im Herzen als ich erkenne, dass er mich nicht angestarrt hat.
Er hat durch mich hindurch gestarrt.
1. Januar 2009
Zweitausendundacht
2008 - ein Jahr voller Veränderungen ist tatsächlich zu Ende, doch die Veränderungen, die scheinen noch nicht aufgehört zu haben. Und das will ich auch ganz stark hoffen.
2008, ein Jahr, das ich nicht so für möglich gehalten hatte, ist tatsächlich vorbei. Doch 2009, davon bin ich fest überzeugt, wird noch mehr Veränderungen mit sich bringen, in welcher Art kann ich jetzt aber noch nicht sagen.
2008, lasst uns doch auf diese Jahr zurückschauen:
Das schönste Lied: Make it mine - von Jason Mraz
Der beste Film: Viele, das kann ich gar nicht so genau sagen...
Das beste Buch: "The Book Thief "- von Markus Zusak wahrscheinlich, aber "Breaking Dawn" - Stephenie Meyer war auch nicht schlecht.
Die schönsten Momente: der letzte Monat bei meinen Liebsten
Die traurigsten Momente: Als ich meine Liebsten auf dem Flughafen stehen ließ und wann immer wann ich an euch denke
2008 habe ich aber vor allem mich selbst ein bisschen selber kennen gelernt; bemerkt, wie ich in den unterschiedlichsten Situation reagiere und was mir am allermeisten am Herzen liegt. Ein erfolgreiches Jahr eigentlich oder? Auch wenn ich über die eine oder andere Hürde springen musste, damit ich diesen Erfolg erkennen musste.
2009 - das wird ein Jahr, wie keines andere. Aber welches Jahr war schon gleich? Doch gleich die erste Hälfte fordert mich heraus: Meine letzten 6 Monate in der "Fremde", die mir mittlerweile doch ziemlich heimisch geworden ist und dann folgen 6 Monate in der wiedergefundenen Heimat, die mir vielleicht zuerst wieder fremd sein wird. Wer weiß?
2009 hat begonnen und ich bin auch dieses Jahr nicht um gute Vorsätze herumgekommen, aber die werde ich euch besser nicht verraten, da ich sie vielleicht in 2 Wochen schon wieder verleugnen werde. =)
Auf ein Neues!
29. Dezember 2008
Weihachtsgedusel
Da war es schon vorbei. Das Fest meine ich.
War es ein Fest? Beerdigungen nennt man auch ein Fest, oder?
Aber ja, es war ein Fest und wirklich beinahe so traurig wie eine Beerdigung, aber auch so froh wie Weihnachten sein sollte.
Es war ein komisches Gefühl, nicht zusammen mit meiner Familie zu sein - keine Weihnachtstreitereien, gebrochenen Kugeln, Unfälle beim Tannenbaumschmücken, misslungene Leckereien und keine Lichterkettenentwirrungen. Eine harmonische Familie eigentlich - sollte man meinen. Die Antwort jedoch darauf, wieso Weihnachten so besinnlich und ruhig wie noch nie zuvor in meinem Leben war, ist dass es fremd war. Niemand, mit dem ich mich streiten konnte, ohne auch nur einen Grund dafür zu haben und auch niemand, bei dem ich mich in den Schoß kuscheln konnte.
3 meiner Gastgeschwister sind nach Hause bekommen und erst einen davon habe ich vorher kennen gelernt. Der Anblick von dieser Geschwisterliebe, wie sie mit einander kabbeln und ironische Bemerkungen zuwerfen, hat mich sehr neidisch - und auch traurig gemacht. Was hätte ich dafür gegeben nur für ein paar Tage zu Hause sein zu dürfen?
Depressiv? Nein, eher überschattet von Heimweh, doch ein kleines Licht der Freude konnte die Dunkelheit nicht erdrücken. Ein Haufen an nutzlosen Geschenken war es nicht, eher die Freude an der Gesellschaft und das Gefühl jeden Tag alle besser kennen zu lernen.
Das war wahrscheinlich mein schönstes Geschenk, dicht gefolgt von einem Anruf aus der Heimat.
16. Dezember 2008
Die Sache mit der Liebe...
Ein Totalreinfall war der Ball nicht. Aber das Highlight des Wochenendes auch nicht.
Mal wieder tanzen, das war toll. Doch leider entsprach die Musik nicht ganz meinem Geschmack, ebenso wenig wie das Essen - bis auf den Nachtisch, der war genießbar.
Die Ballkönigin wurde ich tatsächlich nicht, dabei war es wohl meine größte Chance im Leben, denn auf einen Ball mit nur 70 Jugendlichen werde ich wohl nie wieder kommen.
Zwischen Langweile und ein bisschen bei schlechter Musik abtanzen, um nicht zu depressiv und passiv auszusehen, fraßen sich der Anblick mehrerer Paare in meinem Gehirn fest.
Warum haben andere so viel mehr Glück als ich? Nee du, heute kein Selbstmitleid. Ich meine eher: Wieso interessiert sich kein einziger Junge für mich? Nicht, dass mir jemand spezielles aufgefallen wäre, aber ist ein bisschen Zuneigung zu viel verlangt?
Die letzte Stunde des Balles hat mir den ganzen Abend, der sowieso nicht der Knaller war, noch weiter versalzt: Nach der Wahl des Ballpaares wurden ausnahmslos Schmusesongs gespielt. Jetzt demütigt man mich schon damit!
Mir kommt es so vor, als ob ich das einzige 16-jährige Mädchen in dieser Welt bin, das noch nie einen Freund hatte, geschweige denn geküsst wurde. Kleinkinderküsse im Alter von 4 bis 6 Jahren kann man ja wohl kaum dazuzählen, oder?
Dabei bin ich noch nicht einmal sonderlich hässlich: Ich habe keine Brille, keine Zahnspange, keine Hakennase und keine auffallend viele Pickel. Eigentlich sehe ich aus, wie viele. Kein Model, aber auch nicht so hässlich, dass man sich im Bus nicht neben mich setzen würde.
Ehrlich gesagt glaube ich aber auch nicht, dass es ein Problem des Aussehens ist, denn selbst diejenigen, die fad wie meine Nudelsuppe aussehen, bekommen doch einen ab.
Es muss ein tolles Gefühl sein, sich an jemanden schmiegen zu können, wenn es einem mal wieder richtig schlecht geht. Wie fühlt sich das an, wenn man einem Menschen so nah ist, wie keinem anderen zuvor?
Okay, die Phase, in der ich einem Menschen am nähsten war, ist schon vorbei. Aber kann man die Zeit eines Embrios in der Gebärmutter seiner Mutter zum Lebensabschnitt eines Menschens zählen?
Klar, ich bin nicht so ein Sozialfall wie das Mädel in "Ungeküsst" (mit Drew Barrymore) und ich brauche auch (noch) keine zweite Chance, um das "normale" Leben eines Teenagers zu führen, denn die erste Chance ist noch nicht vorbei. Aber wer sagt mir, ob ich überhaupt eine zweite bekomme, wenn ich die erste kaputt gemacht habe?
Ein Hollywoodfilm ist alles andere als realistisch und noch unrealistischer ist das Happy-End, dass die Produzenten sich nur so ausdenken müssen, damit jemand den Ramsch kauft und nicht die ganze Welt an Depressionen und Minderwertigkeitsgefühlen leidet, sodass Psychiater bald mehr verdienen als Filmstars wie Brad Pitt oder Keira Knightley zusammen.
Tatsächlich jedoch werde ich wahrscheinlich eher eine der Hauptkonsumenten der kitschigen Hollywoodfilme sein, bis Mr. Right vor der Tür ist, aber ich mich kaum mehr aus meinem Zimmer bewegen kann, da mich der Schmalz an die Kiste angeklebt hat. Alles bloß "Selbstbefriedigung"? Nein, wohl eher Flucht in eine andere Welt.
Blöd nur, dass jeder Film ein Ende hat und es einen umso härter ins Gesicht schlägt, wenn der Bildschirm vor den Augen erlischt und man in die Röhre glotzt. Schwarz glotzt dich das unendliche Nichts an.
Kann das "Nichts" eigentlich unendlich sein? Eigentlich existiert doch gar kein "Nichts", alles ist irgendwie existent, auch wenn es sich nur um Luft handelt. - Sie ist immerhin lebensnotwendig. Und was ist eigentlich unendlich? Solange man sich etwas vorstellen kann, ist etwas noch lange nicht unendlich.
Jetzt lassen sich die Tränen meistens kaum aufhalten, langsam rollen sie die Wangen hinab und die Frage nach dem "Warum" lässt sich nicht verdrängen.
Warum?
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